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ProB-Meister 2016/17!

Die Weißenhorn Youngstars sind Meister der 2. Basketball Bundesliga ProB! Nach der 67:71-Niederlage im Hinspiel kippte das Team von Head Coach Danny Jansson das Finale noch mit einem 71:77-Erfolg in Karlsruhe. 

„Final-Spiele sind selten hübsch. Doch wenn das Resultat stimmt, ist das alles egal.“ Das hatte Danny Jansson unter der Woche gesagt – und damit quasi weissagerisch den Verlauf des entscheidenden Final-Rückspiels in Karlsruhe vorweggenommen. Einer Partie, der es an nichts fehlte: Nicht an der Dramaturgie, dass Janssons Team nach Joschka Ferner und Till Pape (beim BBL-Team) nach der Halbzeit auch noch auf David Krämer zu verzichten hatte, der mit seinem zweiten Technischen Foul vom Feld musste. Nicht an einer überragenden Leistung der Youngstars, die sich trotzdem eine 21-Punkte-Führung erspielten (35:56). Und nicht an dem Nervenflattern, das ein letztes Aufbäumen der Karlsruher mit sich brachte, die Sekunden vor Schluss nochmal zum 68:74 aufschlossen. Doch ein Tip-Dunk und zwei Freiwürfe von Marvin Omuvwie brachten den 5-Punkte-Sieg, den die Youngstars nach der Hinspiel-Niederlage zur Meisterschaft benötigten, unter Dach und Fach – und dann brachen alle Dämme.

„Wenn man das Ganze als Märchen bezeichnen will, ist das das richtige Ende. Wir haben uns Jahr für Jahr gesteigert und sind jetzt mit dieser jungen Truppe Meister – das ist unglaublich“, so Coach Jansson. „Speziell der Sieg heute ohne Joschka und Till ist besonders süß“, sprach Dr. Thomas Stoll, Geschäftsführer von BBU ’01, aus der Ferne seine Glückwünsche aus. Auch Thorsten Leibenath lobte „die sensationelle Arbeit des Teams: Kein Team hat diesen Titel mehr verdient. Eine faszinierende Entwicklung, sowohl als Mannschaft als auch individuell“, so der Head Coach von ratiopharm ulm.  

Schon nach zweieinhalb Minuten hatten sich die Youngstars in der Karlsruher Listhalle den Vorsprung erarbeitet, der für die Meisterschaft nötig sein würde: Per Korbleger besorgte Marcell Pongo die 3:8-Führung und damit eine glänzende Ausgangslage für die „Mission Aufholjagd“. Die Youngstars blieben in „cruise control“ bis zum 7:16 – dann riss der Faden vorerst: Fünf Minuten ohne Korberfolg erlaubten den Lions, bis auf drei Zähler aufzuschließen (13:16). Ausgerechnet der erst 17-Jährige Nico Bretzel hauchte der Offensive dann wieder Leben ein: Sein Steal plus Slam-Dunk zu Beginn des zweiten Viertels löste einen 8:0-Lauf aus, der die Youngstars wieder in ruhigeres Fahrwasser brachte (13:24). Es war aber vor allem die erstickende Defense der Gäste, die dem Spiel in der Folge den Stempel aufdrückte und die Youngstars-Führung bis zur Halbzeit (25:33) immer am Rand einer zweistelligen Führung hielt. „In der ersten Hälfte hatten wir volle Kontrolle über das Spiel“, so Head Coach Danny Jansson.

Und dabei blieb es zunächst auch – und das lag nicht zuletzt an Nils Mittmann. Nach einer unauffälligen ersten Hälfte schüttelte der Routinier nach der Pause rasch drei Dreier aus dem Ärmel; als der 38-Jährige wenig später eiskalt seine Dreier Nummer vier und fünf versenkte, ächzte die Menge im „Löwenkäfig“ ungläubig auf – und die Youngstars-Führung war bei 21 Zählern angelangt (35:56). Doch von da an wurde die Partie erst „so richtig verrückt“ (Danny Jansson): Zwei Dreier zu Beginn des Schlussviertels gaben Karlsruhe neue Hoffnung (44:56), die Marcell Pongo mit zwei eigenen Distanzbomben zunächst wieder erstickte (48:65). Die Weißenhorner Verwirrung um ein Unsportlichen Foul gegen Nils Mittmann nutzten die Lions dann aber zu einem 9:0-Lauf; beim Stand von 59:67 vier Minuten vor Schluss war die Meisterschaft für Karlsruhe wieder in greifbarer Nähe. Die vorentscheidende Szene ereignete sich dann 51 Sekunden vor Schluss: Nach über zwei Minuten ohne Korberfolg schraubte sich Marvin Omuvwie zum Offensiv-Rebound hoch und brachte einen Rohwer-Fehlwurf noch per Tip-Dunk im Korb unter – 65:73! Ein Karlsruher Dreier kratzte dann noch einmal an der magischen 5-Punkte-Grenze (68:74); doch wiederum war es Omuvwie, der die Antwort gab und von der Freiwurflinie Sieg und Meisterschaft eintütete.     

Statements zur Meisterschaft:

Danny Jansson (Head Coach Weißenhorn Youngstars): „Dieses Spiele hatte alles, was zu einem Finale gehört. In der ersten Hälfte hatten wir volle Kontrolle über das Spiel, und die fünf Dreier von Nils Mittmann im dritten Viertel haben uns zusätzlich Sicherheit gegeben. Im Schlussabschnitt hat Karlsruhe dann aber plötzlich alles getroffen. Ich bin stolz, wie wir trotzdem die Nerven behalten haben. Wenn man das Ganze als Märchen bezeichnen will, ist das das richtige Ende. Wir haben uns Jahr für Jahr gesteigert und sind jetzt mit dieser jungen Truppe Meister – das ist unglaublich. Heute dürfen die Jungs feiern, aber morgen geht es zurück an die Arbeit: Mit dem NBBL-Team haben wir ein Testspiel vor uns.“

Dr. Thomas Stoll (Geschäftsführer BBU ’01): „Es ist mehr als bewundernswert, dass eine so junge Mannschaft, die in vielen Spielen auf ihre Leistungsträger verzichten musste, am Ende ganz oben steht. Speziell der Sieg in Karlsruhe heute ohne Joschka und Till, die bei der BBL dabei waren, ist besonders süß. Denn leider werden immer wieder Spiele bewusst so angesetzt, dass sich Spiele überschneiden. Wenn wir in Deutschland nicht nur über Jugendförderung reden, sondern sie auch optimieren wollen, dann gibt es da einiges zu tun. Jetzt sollen die Trainer und Spieler erst einmal feiern und dann beginnen die Vorbereitungen für die ProA.“ 

Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopharm ulm): „Meine herzlichsten Glückwünsche an Danny und die Jungs! Der Sieg in Karlsruhe ist sinnbildlich für die sensationelle Arbeit des Teams. Ohne Joschka und Till und dann auch lange ohne David wurde erneut unglaublicher Charakter bewiesen. Kein Team hat diesen Titel mehr verdient. Eine faszinierende Entwicklung, sowohl als Mannschaft als auch individuell.“

Es spielten: Nils Mittmann (24 Punkte, 5/7 Dreier), Marcell Pongo (17, 7 Rebounds), Marvin Omuvwie (13, 6 Rebounds), David Krämer (10), Björn Rohwer (7, 6 Rebounds), Bernhard Benke (3), Nicolas Bretzel (2), Lukas Rosenbohm (1), Marius Stoll, Christoph Philipps, Nicolas Möbus.

Foto: 2. Basketball-Bundesliga / Magic Picture Photography