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Alles ist möglich

Die Weißenhorn Youngstars eröffnen am Samstag in der Dreifachturnhalle (Tipoff: 18 Uhr) die ProB-Playoffs mit dem ersten Achtelfinal-Spiel gegen den SC Rist Wedel.

Sechs Wochen nachdem die Youngstars ihren Playoff-Einzug eingetütet haben, ist es am Samstag endlich soweit: Der Tabellenzweite der ProB Süd startet – zum dritten Mal in Folge – in die Postseason. „Die bisherige Saison hat bewiesen, dass wir es mit jedem Team aufnehmen, an einem schlechten Tag aber auch gegen den Tabellenvorletzten verlieren können. Es ist also alles möglich“, gebraucht Danny Jansson ein Playoff-typisches Klischee. Der Youngstars-Coach weiß, wie sehr seine Mannschaft die K.o.-Phase herbeisehnt und betont, dass es Teil der Ulmer Ausbildungsphilosophie sei, den Talenten eine Siegermentalität zu vermitteln. Wenngleich die Tabellenposition im Achtelfinal-Duell zwischen dem Zweiten und dem Siebten Wedel für einen leichten Weißenhorner Vorteil spricht, erwartet der Finne eine „unvorhersehbare Serie“ gegen die Nordlichter.

Dass Wedel sich erst durch den zweiten Auswärtssieg der Saison in Itzehoe am letzten Spieltag auf die Playoff-Plätze katapultierte, ändert nichts an Janssons großem Respekt vor dem Kooperationspartner der Hamburg Towers: „Wedel macht defensiv einen guten Job, indem sie ihre Verteidigungsstrategie ständig anpassen.“ Dass am Rister Defensivbollwerk in dieser Saison unter anderen bereits Oldenburg und Iserlohn scheiterten, ist für den Weißenhorner Trainer Warnung genug: „Sie sind absolut in der Lage, das Spiel des Gegners zu zerstören, davon dürfen wir uns nicht ablenken lassen.“ Und auch offensiv weiß Wedel als Mannschaft zu überzeugen: Die Scoringlast in dem jungen Team (Altersschnitt: 21,7 Jahre) wird auf viele Schultern verteilt, der einzige US-Amerikaner Will Barnes (11,1 Punkte) ist einer von vier Wedelern, die zweistellig punkten. Ob es aber zu einem Wiedersehen mit dem ehemaligen Youngstar kommt, der wegen einer Verletzung nie für Weißenhorn auflief, ist derzeit noch offen. Wegen Knieproblemen pausiert der 28-jährige Point Guard seit Anfang Februar, Jansson hält eine Rückkehr rechtzeitig zum Playoff-Beginn für möglich.

Krämer und Pongo führen U22-Statistiken an

Apropos US-Amerikaner: Erstmals haben die Youngstars einen Großteil ihrer Saison (seit dem 10. Spieltag) ohne einen Spieler aus den Vereinigten Staaten absolviert und sind neben München und Oldenburg eines von nur drei ProB-Teams, die auf Unterstützung aus dem Mutterland des Basketballs verzichten. Dass die Ulmer Nachwuchstalente davon profitierten, beweist ein Blick auf die Statistiken. Mit David Krämer (16,7 Punkte im Schnitt), der im Januar zum Youngster des Monats gekürt wurde, wird die U22-Scorerliste von einem Weißenhorner Akteur angeführt. Björn Rohwer gehört mit durchschnittlich 7 abgegriffenen Boards zur Top5 der U22-Rebounder. Bei Marcell Pongo zeigt die Entwicklungskurve besonders steil nach oben: War der 20-jährige Ungar in der vergangenen Saison noch Backup für US-Spielmacher Chris Anderson, hat er sich in diesem Jahr zum Leader der Youngstars entwickelt. Seinen Assistwert konnte der Point Guard von 1,8 (in 14 Minuten) auf 6,1 (29) steigern. Damit hat sich Pongo zum besten U22-Assistgeber gemausert, bildet mit dem 17-jährigen Marius Stoll (2,5 Assists in 12 Minuten) das beste U22-Spielmacher-Duo der Liga und steht auch im Gesamtliga-Vergleich unter den Top5. „Unser Jugendprogramm entwickelt sich grandios aber das funktioniert nur, wenn sich die Spieler optimal entwickeln“, betont Dr. Thomas Stoll. „Marcell Pongo und David Krämer sind dabei zwei perfekte Beispiele. Als absolut unbekannte Nachwuchsspieler sind die beiden nach Ulm gekommen und nach zwei bzw. drei Jahren gehören beide zu den besten Spielern der ganzen Liga.“ Der Sportchef von BBU ’01 prognostiziert: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir Ulmer Jugendspieler in der Bundesliga oder anderen europäischen Topligen in großen Rollen sehen werden.“

Foto: Matthias Stickel